Tektronix 1240 Logic Analyser

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ProgBernie
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Tektronix 1240 Logic Analyser

Beitrag von ProgBernie »

Moin,

o.g. LA ist mir zugeflogen. Ein Bekannter, Sebastian S. bot ihn als defekt an. Erster Teil des Reparaturberichtes mit ein paar Bildern. Wegen der Größenbeschränkung des Forums leider nur in geringer Auflösung...
Tektronix 1240 Logic Analyzer - Repair_SMALL.pdf
(1.84 MiB) 95-mal heruntergeladen
Gruß Bernd
Henrik_V
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Re: Tektronix 1240 Logic Analyser

Beitrag von Henrik_V »

Danke für den sehr schönen Bericht :)
Gruß Henrik

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“ground” is a convenient fantasy

'˙˙˙˙uıɐƃɐ lɐıp puɐ °06 ǝuoɥd ɹnoʎ uɹnʇ ǝsɐǝld 'ʎɹɐuıƃɐɯı sı pǝlɐıp ǝʌɐɥ noʎ ɹǝqɯnu ǝɥʇ
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dh7dn
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Re: Tektronix 1240 Logic Analyser

Beitrag von dh7dn »

Vielen Dank fürs Teilen, Bernd! :mrgreen:
vy 73 de Denis (DH7DN)
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Matt
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Re: Tektronix 1240 Logic Analyser

Beitrag von Matt »

Das mit Tektronix und Produktionsfehler ist keine seltenheit.

565, Amphenol Buchse 180° verdreht eingebaut.
3L5 Quarz-Diskrimiator Masse nicht gelötet.
2601, Kabel zwischen Blech eingeklemmt, je nach Brücke an Front bzw mechanische Belastung -> Sicherung löst aus.

Danke für Bericht
chronos42
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Re: Tektronix 1240 Logic Analyser

Beitrag von chronos42 »

Schöner Bericht. Ein 1240 wurde mir auch schon mal auf einem Flohmarkt angeboten, praktisch für nichts. Leider komplett ohne Pods. Nach langem inneren Kampf habe ich ihn dann doch nicht genommen, der Platzverbrauch des Gerätes steht für mich leider in keinem Zusammenhang zu der Nutzungshäufigkeit. Seit längerem habe ich statt dessen einen USB LA, mittlerweile auch den LSA1016 Logic Zusatz für mein Siglent Scope, das genügt mir vollkommen. Klar macht so eine Reparatur mehr Spaß, aber der Platzmangel zwingt mich leider immer öfter zu harten Entscheidungengen.

Zum Thema Produktionsfehler:
Auch bei Messgeräten gar nicht so selten.
Was mir spontan einfällt, was ich die letzten 10 Jahre so hatte:

hp 8112A Pulse Generator: Falsche Widerstände bestückt, fehlende Verlötungen an Koaxialkabel.

Tektronix SG504 Leveled Sinus Wave Generator Einschub: SMD Kondensator in der HF Endstufe nur einseitig angelötet. SMD Bauteile wurden zu der Zeit nur in HF Schaltungen eingesetzt und handgelötet. Der Fertigungsfehler hat dazu geführt, dass das Gerät immer wieder mal den Pegel nicht auf Sollwert halten konnte. Nach dem Fehler habe ich Wochen gesucht, da es schwer reproduzierbar war. Zudem war der Kondensator auf einer Leiterplatte, welche sich in einer geschlossenen Blechbüchse befand. Das Öffnen hat genügt, dass er wieder Kontakt hatte. Wegen seiner Unzuverlässigkeit wurde das Gerät vom Vorbesitzer selten genutzt, so dass es beim Kauf in einem hervorragenden Zustand war.

Tektronix PG506 Calibration Generator Einschub: An einem Übertrager war der Kupferlackdraht bei einem Anschluss nur um den Sockeldraht des Spulenkörpers gewickelt, aber nicht verlötet. Folge: Sporadisches Aussetzen der digitalen Deflection Error Anzeige. In der Schaltung waren schon einige Bauteile ersetzt worden, es hat also schon einmal jemand versucht den Fehler zu beseitigen, zum Glück für mich aber vergeblich. Dann wurde das Gerät als "ungetestet und deswegen vorsichtshalber als defekt" angeboten :lol: .

Racal Dana 1992 Zähler: Mehrere 100nF Stützkondensatoren auf der Unterseite der Leiterplatte nur einseitig gelötet, das war wohl ein Problem bei der Lötung in der Doppelwelle. Einige fehlende Verbindungen waren bereits im Werk von Hand nachgelötet worden, ein paar wurden aber bei der Inspektion übersehen. War ein Zufallsfund, das Gerät hatte ein ganz anderes Problem (Durch Überspannung abgeschossene Eingänge), die nicht gelöteten Kondensatoren hatten keine im Betrieb bemerkbaren Auswirkung.
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ProgBernie
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Re: Tektronix 1240 Logic Analyser

Beitrag von ProgBernie »

Nachtrag: Die ersetzte Stützbatterie im 64K RAM PACK war nach kurzer Zeit wieder leer. Nachmessen ergab eine Stromaufnahme von 1mA! WTF? Also leere Batterie raus und die Schaltung untersucht. Sie ist identisch zu der des 8K RAM PACK, welches im Servicemanual abgebildet ist. Die Batteriezelle speist über einen Widerstand und eine Diode die RAMs. Die 5V aus dem Gerät werden über einen PNP-Transistor an die Schaltung gegeben, wenn die durch einen Widerstand belastete Versorgungsspannung die Flußspannung der BE-Strecke eines NPN und die Spannung einer Z-Diode überschreitet. Dann zieht der NPN die Basis des PNP gegen Masse, während am Emitter die Versorgungsspannung anliegt. Der Collector ist am Batteriegestützten Versorgungsspannungsanschluß der RAMs angeschlossen.
RAMBATT.PNG
RAMBATT.PNG (24.25 KiB) 553 mal betrachtet
Der Strom versickerte über die CB-Strecke des PNP, den Widerstand zwischen B des PNP und C des NPN und die CE-Strecke des NPN, wobei die Basis offenbar angesteuert wurde. Der Strom durch R202 liess sich einwandfrei durch die Erwärmung des Widerlings nachweisen. Aber das konnte eigentlich nicht sein, denn die Batterie kann eigentlich gar nicht genug Spannung aufbringen um die Basis anzusteuern. Beide Transistoren sowie die Z-Diode raus und und durchgemessen, alles OK, Z-Diode scheint eher 2,8V als 3,6V zu haben. Stromaufnahme aus der Batterie nun knapp 2µA. Den PNP eingelötet, Stromaufnahme bleibt bei knapp 2µA. den NPN eingelötet, Stromaufnahme bleibt bei 2µA. Z-Diode eingelötet, Stromaufnahme bleibt bei 2µA. Bei Anlegen von 5V ist die Stromaufnahme aus der Zelle 0, bei Wegnahme wieder etwa 1,7µA. Keine Ahnung was das nun wieder war, scheint momentan alles zu klappen. Die Stromaufnahme kann aber die Ursache für die aufgeblasene LiJodid-Zelle gewesen sein.

Ausserdem habe ich mir einige Platinen für die ROM-Module des 1240 fertigen lassen
20220710_124642.jpg
20220710_124642.jpg (187.64 KiB) 553 mal betrachtet
und bestückt.
20220710_130047.jpg
20220710_130047.jpg (175.43 KiB) 553 mal betrachtet
Gehäuse dazu 3D-gedruckt, mit dem Dymo Klebeetiketten erstellt
20220710_201119.jpg
20220710_201119.jpg (351.2 KiB) 553 mal betrachtet
EPROMs programmiert und eingesetzt, zusammengeschraubt und das Gehäuse beklebt:
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20220710_201235.jpg (205.67 KiB) 553 mal betrachtet
Gruß Bernd
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ProgBernie
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Re: Tektronix 1240 Logic Analyser

Beitrag von ProgBernie »

Es gab noch einen Nachschlag an 2 P6460-Pods und einen Adapter für 8085 mit IC-Test-Clip, die ich aus Trumpistan geordert habe. Bzw. ordern wollte, aber $80,- pro Artikel an Versand war mir zu teuer und der VK war irgendwie nicht in der Lage die eBucht korrekt zu bedienen, jedenfalls gab es keinen kombinierten Versand obwohl er dies per Nachricht angeboten hat. Mike D. von dort erbot sich aber die zu kaufen und an mich weiterzusenden. Macht etwa $10 für den inneramerikanischen Versand und nochmal $40 für den nach Germanien plus Märchensteuer und die obligatorischen 6 Frz. für DHL.
Angekommen hatte ebenfalls einer der Pods einen verbrannten R106, scheint ein sehr übliches Problem zu sein.
Gruß Bernd
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